Wie es nach der Schule weitergeht

Geschätzte Lesezeit: 8 minuten

Wie ihr vielleicht schon wisst, bin ich im September in ein Berufsbildungswerk (kurz BBW) gegangen. Dort habe ich zuerst eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (kurz BVB) begonnen, in dieser bin ich auch jetzt noch. Danach werde ich, nach Plan jedenfalls, meine Ausbildung hier machen.

Was ist eine BVB

In der BVB lerne ich verschiedene Berufe in den Bereichen kaufmännisch, Elektrotechnik (Elo), Informationstechnik (IT), Metall und technisches Produktdesign (TPD) kennen.
Zuerst habe ich für einen Tag in diese Berufe reinschnuppern können, dies war die Eignungsanalyse. Danach konnte ich mich noch tiefer mit zwei bis drei Bereichen beschäftigen. Diese Phase, welche vier Wochen dauert, wird auch Grundstufe genannt. Ich hatte mich für die Bereiche Elo und IT entschieden.
In der letzten Phase lernt man die einzelnen Bereiche der verschiedenen Berufe kennen. Dort kann man sich dann für einen Bereich entscheiden. Bei mir fiel die Entscheidung auf die IT. In der IT gibt es zum Beispiel die Berufe Anwendungsentwicklung, Systemintegration und IT-Systemelektronik. Diese Phase nennt sich Förderstufe.

Warum Ausbildung im BBW

Ich will meine Ausbildung im BBW machen, da ich in der Schule sehr viele Shutdowns hatte, und Angst habe, dass dies in einer Lernumgebung einer Firma ebenso geschehen könnte. Im BBW geht eine Ausbildung mit sehr viel weniger Stress und in einem ruhigeren Lernumfeld. Dazu haben die Ausbilder hier sehr viel mehr Rücksicht und Verständnis.
Dazu ist es auch ganz gut, dass ich hier das selbstständige Leben ganz gut lerne. Ich wohne nämlich nicht mehr bei meinen Eltern, sondern in einem Internat. So kann ich die wichtigen Dinge sehr gut lernen und werde auch dabei unterstützt. Was daran noch sehr gut ist, und mir enorm hilft, ist, dass alles in einem Komplex ist. Die BVB, das Internat, Ärzte und vieles mehr. Ich muss im Grunde nur zum Einkaufen das Haus verlassen.

Wie es bisher läuft

Allgemein

Es läuft sehr viel besser, als ich am Anfang gedacht hätte. So hatte ich zum Beispiel noch keinen einzigen Fehltag, was etwas sehr Besonderes ist. Auch komme ich sehr gut bei dem Stoff mit und es geht mir auch so sehr viel besser als in der Schule.
Ich habe jetzt auch mehr Lust darauf, etwas nach der Praxis mit anderen zusammen zu machen. Auch habe ich jetzt nach der Praxis viel weniger Shutdowns, nach der Schule lag ich ja immer den ganzen Tag flach.
Ich habe zwar geschrieben, dass ich nur zum Einkaufen herausgehen muss, aber ich gehe jetzt tatsächlich auch so hin und wieder raus, was vorher fast undenklich war. Auch habe ich in der Berufsschule kein Problem mit dem Sport, was vorher auch ganz anders war. Ich vermute, dass das daran liegt, dass ich jetzt keine Leistungen aufbringen muss.
Da ich keinen Autoführerschein habe, muss ich hier immer mit dem Bus fahren, wenn ich mal in ein größeres Geschäft will. Das geht auch sehr gut, ich habe aber dennoch Probleme mit den Heimfahrten, da ich da mit dem Zug fahren muss.
Mann könnte also sagen, dass alles besser als gedacht funktioniert.

Wohnen

Im Internat habe ich ein Einzelzimmer, habe also ein Zimmer für mich. In diesem Zimmer habe ich zudem ein eigenes Bad mit Toilette, Dusche und Waschbecken. Außerdem habe ich einen eigenen Kühlschrank. Im Internat sind wir auf meinem Niveau, so nennen wir die Etage, auf der meine Gruppe ist, ca. 35 Personen. Wir teilen uns zwei Küchen, das ist zwar manchmal etwas schwierig, aber da es unter der Woche immer Frühstück und Mittagessen in der Mensa gibt, ist dies auch kein zu großes Problem für mich. Nach der Praxis machen wir gerne auch mal etwas zusammen in der Gruppe. Zum Beispiel spielen wir gerne mal Among us und Gartic Phone.
Über das Wochenende fahren einige nach Hause, weshalb es dann überwiegend ruhiger ist. Ich fahre meist nicht nach Hause, da die Zugfahrt zu stressig für mich ist. Dann schauen wir gerne mal etwas zusammen.
Hier lerne ich auch die alltäglichen Dinge wie Waschen und Kochen. Wobei ich noch nicht wirklich zum Kochen kam, da ich immer in der Mensa esse.
Von meinen Eltern wegzuziehen habe ich mir sehr viel schwieriger vorgestellt, als es letztendlich war.

Praxis

In der Woche habe ich aktuell Praxis, Berufsschule, Förderunterricht und soziales Kompetenztraining. Ich werde aber für alles den Oberbegriff „Praxis“ verwenden.
Alles geschieht in Gruppen von einer Größe von ungefähr zehn Personen.
In der Praxis bin ich gerade am Anfang der Förderstufe. Also lerne ich gerade die einzelnen Berufe der IT besser kennen.
Da die Ausbildung noch nicht begonnen hat, ist die Berufsschule auch noch nicht wirklich das, was ihr vielleicht kennt. Aktuell wird noch geprüft, auf was für einem Stand wir schulisch stehen. Dies kann sehr variieren, da hier sehr Viele Probleme in der Schule hatten. Also ist diese auch noch sehr entspannt.
Der Förderunterricht ist dafür da, Mathe und Deutsch zu vertiefen, falls man dies benötigt. Da ich es nicht benötige, durfte ich mir aussuchen, was ich machen will. Ich habe mich für Englisch entschieden. Das Beste daran ist, dass meine Lehrerin in diesem Förderunterricht Amerikanerin ist. Dadurch kann man die Aussprache sehr gut lernen.
Im sozialen Kompetenztraining (SKT) sollen wir durch Spiele und Übungen soziale Kompetenzen aufbauen. Hier gibt es für jeden etwas. Wie zum Beispiel Gesellschaftsspiele, Wandern, Fitness, Kampfsport, Englisch, Medienkompetenz, usw. Ein SKT geht vier Wochen lang. Man macht insgesamt vier Stück.

Wie ich mir die Ausbildung vorstelle

Ich glaube, dass die Ausbildung um einiges schwerer wird als die BVB. Zum einen, weil ich dort mehr Leistungsdruck haben werde, aber auch, weil die Ausbildungen der Berufe der IT und Elo in ein anderes Gebäude gelegt worden sind. Somit muss ich dort immer hinlaufen oder mit dem Bus fahren und habe nicht mehr alles an einem Ort.
Aber ich glaube dennoch, dass es einfacher sein wird, als in der Schule. Die Ausbildung wird vier Jahre lang gehen, daher wird es nicht zu viele Veränderungen geben. So wie es jetzt aussieht werde ich wohl meine Ausbildung als Systemintegrator machen, dies kann sich aber noch ändern.

Fazit

Es läuft aktuell alles extrem gut. Aber es werden noch einige Änderungen auf mich zukommen. Es war aber eine Super-Idee in das BBW zu gehen. Hier lerne ich so gut wie alles, was ich später einmal benötigen werde. Diese positive Erfahrung hilft mir sehr, positiv in meine Zukunft zu schauen. Ich kann mir jetzt doch vorstellen, ganz normal, ohne Probleme Arbeiten gehen zu können.

Falls ihr noch weitere Fragen habt, oder eure Meinung teilen möchtet, so hinterlasst mir doch gerne einen Kommentar.

3 Gedanken zu „Wie es nach der Schule weitergeht“

  1. Ich finde, dass du denn Artikel sehr schön geschrieben hast und man ein gutes Bild bekommen hat, wie das ganze funktioniert. Ich freue mich sehr für dich, dass es dir dort so gut geht und es dir da so gut gefällt ☺️

  2. Mein lieber Tommy, ich freue mich sehr über diesen Beitrag, denn wirklich niemand hatte damit gerechnet, dass du von Anfang an so toll zurecht kommen würdest im BBW. Nach allem, was wir in den letzten Jahren gemeinsam durchgemacht haben, ist es für mich das größte Geschenk, dass es dir jetzt so gut geht. Ich bin wahnsinnig stolz auf dich :). Frieda

Kommentar verfassen